
Eine verspätete Antwort auf Du’a
Dezember 16, 2008Ein Augenöffner für jene, die glauben…
Während Ibn Al-Jawzi mit sich selbst redete, tadelte er auf eine vornehme Art und Weise seine Seele. Er sagte:
Ich fand mich in einer Notlage wieder, also machte ich beständig du’a (Bittgebete), worin ich ständig um Erleichterung und Trost bat. Die Antwort auf meine Du’a schien, aufgehalten zu werden und so wurde meine Seele unruhig und bedrückt.
Jedoch tadelte ich es zu sagen, „wehe dir; betrachte dich selbst aufmerksam, bist du derjenige, der in Besitz ist, oder bist du der Besitzer? Bist du derjenige, der unter Kontrolle steht, oder bist du der Lenker? Bist du dir nicht dessen bewusst, dass diese Welt der Aufenthaltsort der Prüfungen für dich ist? Wenn du dir wünschst, dass deine Ziele erfüllt werden und du ungeduldig wirst, wenn es nicht der Fall ist, wo bleibt dann deine Prüfung? Ist es nicht die ultimative Prüfung, dass du immer das Gegenteil von dem bekommst, was du dir gewünscht hast?
„Deshalb, (liebe unruhige Seele), versuche die Bedeutung des Wortes ‘Abd (Diener) zu verstehen und was auch immer dir teuer ist, es wird wertlos werden, und was auch immer schwierig ist, es wird leicht werden.“
Nachdem sie ein wenig darüber nachdachte, was ich sagte, wurde sie ein wenig besänftigt.
Ich berichtete ihr, dass ich noch ein zweites Argument für sie hatte und so sagte ich, „Allah subhanahu wa ta’ala ist eine notwendige Bedingung, damit irgendeines deiner Ziele erfüllt werden kann; dennoch verausgabst du dich nicht, um für Sein Wohlgefallen zu arbeiten. Dies ist Ignoranz, da die Angelegenheit das Gegenteil von dem sein sollte, was du begehrst, zunächst weil du derjenige bist, der unter Besitzt steht. (Du solltest zur Kenntnis nehmen), dass der aufmerksame Diener sicher stellen sollte, dass er die Rechte gegenüber dem Herr erfüllt und dass es nicht notwendig ist, dass Er subhanahu wa ta’ala dem ‘Abd gibt, was auch immer er begehrt oder liebt.“
Dies machte sie ruhiger, dennoch erwähnte ich, dass ich noch ein drittes Argument für sie hatte und so sagte ich: „Du stehst unter dem Eindruck, dass die Antwort auf deine du’a langsam gewesen ist; obwohl du dafür verantwortlich bist, weil du die Tür der Antwort (auf deine du’a) verschlossen hast, aufgrund der Tatsache, dass du fortlaufend Sünden begehst. Wenn du jedoch die Tür öffnest [indem du Taqwa (Frömmigkeit) für Allah subhanahu wa ta'ala entwickelst], dann wird die Antwort (auf deine du’a) schneller kommen, weil die Eigenschaft der Frömmigkeit vor Allah der Grund allen Trostes ist.“
Allah subhanahu wa ta’ala sagte:
وَمَن يَتَّقِ اللَّهَ يَجْعَل لَّهُ مَخْرَجاً وَيَرْزُقْهُ مِنْ حَيْثُ لَا يَحْتَسِبُ وَمَن يَتَوَكَّلْ عَلَى اللَّهِ فَهُوَ حَسْبُهُ
Und dem, der Allah fürchtet, verschafft Er einen Ausweg, und versorgt ihn in der Art und Weise, mit der er nicht rechnet. Und wer auf Allah vertraut – für den ist Er sein Genüge. [Sura At-Talaq 2-3]
Verstehe deshalb, dass, wenn du nicht diese Frömmigkeit für Ihn subhanahu wa ta’ala entwickelst, das Resultat sich von dem unterscheiden wird, was du erwartest. Wehe mir vor der Trunkenheit der Unbekümmertheit, die stärker geworden ist als jede andere Trunkenheit, mit der ich die Ziele der Seele konfrontiere, um sie davon abzuhalten, ihre Hoffnungen zu erreichen.“ Sie (die Seele) wusste, dass dies die Wahrheit ist und so wurde sie noch ruhiger.
Ich sagte zu ihr, „Ich habe ein viertes Argument für dich, nämlich, dass du nach einer bestimmten Antwort (auf deine Du’a) strebst; obwohl du der Konsequenzen, die aus ihr resultieren würden, nicht bewusst bist (wenn du mit dem gesegnet wirst, was du begehrst), denn das, wonach du strebst, könnte ein Schaden für dich sein. In diesem Zustand bist du wie ein fieberndes Kind, das nach Süßigkeiten fragt (anstatt nach Medikamenten, weil sie bitter schmecken).
„(Oh Seele) sei dir sicher, dass dein Herr mehr auf dein Wohlergehen bedacht ist als du.“
Wie Er subhanahu wa ta’ala sagte:
وَعَسَى أَن تَكْرَهُواْ شَيْئاً وَهُوَ خَيْرٌ لَّكُمْ وَعَسَى أَن تُحِبُّواْ شَيْئاً وَهُوَ شَرٌّ لَّكُمْ وَاللّهُ يَعْلَمُ وَأَنتُمْ لاَ تَعْلَمُونَ
Doch es mag sein, daß euch etwas widerwärtig ist, was gut für euch ist, und es mag sein, daß euch etwas lieb ist, was übel für euch ist. Und Allah weiß es, doch ihr wisset es nicht. [Sura Al-Baqara Ayah 216]
Als dies der Seele klar wurde, wurde sie noch ruhiger. Dann sagte ich zu ihr, „Ich habe ein fünftes Argument für dich, nämlich, dass deine Bitten deine Belohnungen verringern und deinen Rang (bei Allah) mindern würden. Wenn du jedoch nach etwas bitten würdest, das gut für deine ewige Bleibe (das Jenseits) wäre, wäre es besser für dich. (Oh Seele) es ist äußerst wichtig, dass du verstehst, was ich erklärt habe.“
Sie sagte, „Ich irrte ziellos im Garten deiner Erklärungen umher und so wanderte ich, als ich verstand!“
Quelle: ilmfruits.com